Hosteurope: PHP-Zwangsabschaltung

Auch das dritte Türchen beschäftigt sich mit der PHP-Version. Diesmal geht es um Hosteurope. Wer mir auf Twitter folgt, der weiß, dass ich mich schon des öfteren über deren User Interface geärgert habe. Dazu später noch mehr. Aber heute geht es um die Zwangsabschaltung von PHP-Versionen und eine undurchsichtige Strategie bei der Einführung neuer Versionen.

Es fing mit einer Mail von Hosteurope an, die mir mein Kunde weiterleitete. Das war am 20.7.2020 und sie hatte den Betreff: „++ Host Europe informiert: Vorausblick PHP Änderungen 2020 ++„. Darin fand sich folgende Passage:

Die Abschaltung von PHP 7.2 zum 4.11.2020 ist insofern interessant, weil der Security Support eigentlich noch bis zum 30. November 2020 ging, wie dieses Schaubild aus dem Jahr 2018 zeigt:

Und es steht auch in der Mail, dass PHP 7.4 noch nicht zur Verfügung steht. PHP 7.4 hatte seinen Initial Release jedoch schon am 28. November 2019. Hosteurope hat also fast ein ganzes Jahr benötigt, um die aktuelle PHP-Version seinen Kunden anzubieten. Obwohl PHP-Versionen ja ohnehin nur ein aktives Fenster von 2 Jahren haben und danach in den Security-Support-Modus wechseln.

In der nächsten Mail, am 6.10, wurde aus dem Vorausblick, dann eine handfeste Information: „++ Host Europe informiert: Deaktivierung PHP 7.2 am 04.11.2020 ++„. Sie enthielt zudem folgende Passage:

Ein starkes Stück. Wer nicht reagiert, dem wird einfach alles auf PHP 7.4 umgestellt. Eine Version, die zu diesem Zeitpunkt maximal wenige Monate bei Hosteurope einzurichten war. Einen „Extended Support“, wie bei Strato oder 1und1/IONOS gibt es nicht.

Und es geht noch schlimmer weiter. Dieses Jahr nun das gleiche Spiel. Ende Oktober (27.10.) wird die Abschaltung von PHP 7.3 zum 8.11. (!) angekündigt. Keine Ahnung, ob der Kunde mir vorherige Mails vergessen hat weiterzuleiten. Aber keine zwei Wochen Vorankündigung wären heftig. Auch hier wieder knapp vor Ende des Security Support.

So sehr ich die Bemühungen unterstütze, möglichst aktuelle Versionen zu nutzen, dass hier ist IMHO zu krass. Zum Vergleich: Bei all-inkl.com kann ich aktuell (Stand heute) von PHP 5.6 bis PHP 8.0 immer noch jede Version einstellen.

WordPress warnt mich über die veraltete Version und nicht jedes Plugin läuft noch mit PHP 5.6, aber ich werde nicht gezwungen zu wechseln. Hosteurope zieht hier aber die Daumenschrauben arg an und nicht mal mit Extrakosten lässt sich mehr Zeit herausholen. Für mich als Dienstleister sicher kein Problem, aber als „normaler“ Kunde ohne tieferes technisches Wissen würde ich aus diesem (und noch ein paar weiteren) Gründen einen weiten Bogen um Hosteurope machen.


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2 Antworten auf Hosteurope: PHP-Zwangsabschaltung

  1. Gegenbeispiel DomainFactory (gehört ja wie HostEurope zu GoDaddy): in den Alt-Tarifen (32-bit) gibt es maximal PHP 7.3, neuere Versionen stehen nicht zur Verfügung. Eine automatische Umstellung findet nicht statt (was wohl auch technische Gründe hat). Man muss also explizit selbst einen Tarifwechsel vornehmen in das passende Paket mit 64-bit-Infrastruktur. Grundsätzlich erstmal kein Problem, für unerfahrene Anwender aber ein beachtlicher Schritt und teilweise eine zu große Hürde, da sich zB auch der Datenbankserver ändert).
    Macht man das nicht (oder versteht die zugehörige Mail von DF technisch nicht), bleibt man auf einer alten PHP-Version 7.3 stehen und wundert sich irgendwann, warum Dinge nicht mehr richtig funktionieren.
    Zwei komplett unterschiedliche Strategien aus (fast) demselben Haus…

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